Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Jan Koll stellt seinen Betrieb von Milch- auf Mutterkuhhaltung um, damit auch die nächste Generation im Moor wirtschaften kann. Foto: Peter Roggenthin

Viele Landwirte wollen zum Klimaschutz beitragen, und kaum irgendwo sind die Möglichkeiten dafür so groß wie bei der Bewirtschaftung von Moorböden. Klimaschutz als Produktionszweig? Das Berufsbild Moorklimawirt des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) soll hier Möglichkeiten aufzeigen, wie Moorschutz auch wirtschaftlich sein kann. Nasse Moorwirtschaft kann auch Landwirtschaft sein.

Moorklimawirte sind Landwirtinnen und Landwirte, die bei der Bewirtschaftung von Moorböden Klimaschutzleistungen erbringen. Derzeit sind über 95 % der Moorböden in Deutschland entwässert und dabei größtenteils land- und forstwirtschaftlich genutzt. Obwohl Moorböden in Deutschland nur 7 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) ausmachen, sind sie mit 41 % eine der Hauptquellen für die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft. Um das Klima zu schützen, müssen die Wasserstände hochgefahren werden. Da Moorböden nur einen kleinen Teil der LN ausmachen, sind auch nur vergleichsweise wenige Betriebe von einer solchen Änderung des Wassermanagements betroffen. Bei denen wird es dann aber schnell existenziell.

Landwirte produzieren vorwiegend Nahrungs- und Futtermittel, seit mehr als 20 Jahren als Energiewirte auch Erneuerbare Energie. Klimaschutz, etwa in Form von CO2-Einsparungen, kann ein neuer Betriebszweig für landwirtschaftliche Betriebe mit Moorflächen werden.

Eine Betriebsumstellung oder -anpassung ist keine einfache Entscheidung. Sie erfordert viel Engagement und Eigenmotivation. Das berufliche Leitbild des Moorklimawirts erweitert das bisherige landwirtschaftliche Selbstverständnis, Produzent zu sein, um die Produktion von Klimaschutz. Dieses Berufsbild basiert auf der Idee der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos, die seit 30 Jahren mit Landwirten im Moor zusammenarbeitet und deren Sichtweise kennt.

Ein neuer Betriebszweig erfordert teilweise hohe Investitionen, und letztlich ist eine Wirtschaftlichkeit dafür ausschlaggebend, ob und, wenn ja, wie viel Klimaschutz geleistet werden kann. Dazu brauchen die Landwirte – neben gezielter Investitionsförderung und weniger förderrechtlichen Hindernissen – Ansprechpartner für Beratung, Fortbildung und den Austausch mit Kollegen.

Jan Koll aus Meggerdorf in der Eider-Treene-Sorge-Niederung wirtschaftet seit über 20 Jahren auf zunehmend hohen Wasserständen. Er strukturiert seinen Betrieb mit Blick auf die nächste Generation derzeit um, hört mit der Milchproduktion auf und baut dafür die Mutterkuhhaltung aus. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat er Wege gefunden, das gepachtete Grünland mit hohen Wasserständen zu bewirtschaften. "Man bekommt alles hin, davon bin ich fest überzeugt – auch mit hohen Wasserständen zu leben!", ist Kolls Erfahrung.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 45/2021 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben