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Pferde haben hohe Ansprüche an die hygienische Qualität des Futters. Auf der Hengststation Langenhagen wird Grundfutter in Form von Heu und Heulage ad libitum gefüttert, die einzelnen Chargen werden regelmäßig der sensorischen Prüfung und in Verdachtsfällen auch Laboranalysen unterzogen. Foto: Katja Wagner

Grünlandbestände werden für die Pferdefütterung zu Beginn bis Mitte der Blüte bei einem Rohfasergehalt von etwa 25 bis 30 % und damit etwa zwei Wochen später geerntet als Grasaufwüchse für die Rinderfütterung. Pferde haben sehr hohe Ansprüche an das Grundfutter, besonders an die hygienische Beschaffenheit. Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung, Heu zu produzieren oder bei vermindertem Witterungsrisiko Silage beziehungsweise Heulage zu erzeugen, individuell zu treffen. Doch wo liegen die Unterschiede und was ist bei der Grundfutter­ernte zu beachten?

Pferde benötigen ausreichend Raufutter mit guter Struktur, um einerseits den Nährstoffbedarf abzudecken und andererseits die Darmtätigkeit zu erhalten. Eine langsame Futteraufnahme und lange Kautätigkeit begünstigen den Speichelfluss und sorgen für einen optimalen pH-Wert im Magen. Ein Mangel an Grobfutter oder schlechte hygienische Qualität haben häufig lebensbedrohliche Koliken oder Stoffwechselstörungen zur Folge. Stark überständiges Pflanzenmaterial mit Rohfasergehalten über 30 % sollte im Hinblick auf den hygienischen Status vermieden werden, da der Besatz mit Schimmelpilzen, die mitunter Mykotoxine bilden, im Laufe der physiologischen Abreife der Pflanzen ansteigt.

Frischgras und Heu können hohe Fruktangehalte aufweisen, die eine fütterungsbedingte Hufrehe auslösen können. Bis zu einem gewissen Maße kann über den Bestand (weidelgrasarm) und eine angepasste N-Düngung Einfluss auf den Zucker- und Fruk­tangehalt genommen werden, der Witterungseinfluss ist jedoch entscheidender.

Silage, Heulage und Heu werden in der Regel im Rund- oder Quaderballenverfahren hergestellt, da diese kleineren Fütterungseinheiten eine gute Anpassung an den Tierbestand und den täglichen Futterbedarf ermöglichen. Der Anwelkgrad des Futters zur Ernte bestimmt dabei die Konservierungsmethode. Bei Trockenmasse (TM)-Gehalten von 45 bis 55 % findet noch eine echte Silierung auf Basis der Milchsäuregärung statt.

Allerdings ist die Säurebildung deutlich geringer als bei Silagen für die Rinderfütterung (30 bis 40 % TM), die entstehenden Silagen sind dadurch weniger geruchsintensiv und für die Pferdefütterung gut geeignet. Noch höhere TM-Gehalte führen zu weiter verringerter Gärintensität, da dann nur noch wenige besonders osmotolerante Milchsäurebakterien aktiv sind, oberhalb von 60 % TM ist nahezu keine Gärung mehr möglich.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 19/2020 unter der Rubrik "Pflanze" und im digitalen Bauernblatt.

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