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Tiefstreuboxen sind regelmäßig nachzustreuen, damit die Tiere jederzeit eine trockene und saubere Liegefläche zur Verfügung haben. Andernfalls ist mit steigenden Neuinfektionsraten des Euters zu rechnen. Foto: Sabrina Diestelow

Der Trockenstand der Kuh ist mit dem Jahresurlaub zu vergleichen. Nun sind aber die Betten viel zu klein und die Matratzen zu hart. Am Futtertisch sind zu wenig Fressplätze und die vorgelegte Ration ist nicht schmackhaft. Zusätzlich ist der Andrang am Futtertisch so hoch, dass nicht jede Kuh ausreichend frisst. Eine steigende Anzahl an Stoffwechselstörungen und Krankheiten ist nach der Kalbung festzustellen. Kühe fallen vermehrt mit Milchfieber auf und die Zahl der Ketosen bei den Frischmelkern steigt ebenfalls an, da die Tiere zu wenig fressen. Mit einer optimal gestalteten Trockenstehperiode kann ein guter Start in die folgende Laktation ermöglicht werden.

Die Phase des Trockenstehens geht mit dem höchsten gesundheitlichen Risiko für die Milchkühe einher. Nur mit einer bedarfsdeckenden Versorgung und einem angepassten Haltungs- und Fütterungsmanagement lassen sich Probleme nach der Kalbung reduzieren. Der wichtigste Einflussfaktor ist die Futteraufnahme. Hier sind mindestens 12,5 kg Trockenmasse (TM)-Aufnahme pro Tag in der gesamten Trockenstehzeit anzustreben.

Eine Woche vor der Kalbung geht diese zurück auf 10 kg TM/Tag und am Tag der Kalbung halbiert sie sich weiter. Die Kuh muss demnach ihr Futteraufnahmeverhalten weiterhin trainieren, damit sie nach der Kalbung große Mengen fressen kann. Zusätzlich sind hohe Futteraufnahmen die wirkungsvollste Prophylaxe gegen Stoffwechselstörungen nach der Kalbung.

Hierbei ist der Kuhkomfort von besonderer Bedeutung. Die Trockensteher sind die größten und schwerfälligsten Tiere der Herde und haben hohe Ansprüche an ihre Haltung. Angefangen mit den Liegeboxen ist es empfohlen, dass die Boxenbreite mehr als 130 cm beträgt. Unabhängig davon, ob eine Hoch- oder Tiefbox genutzt wird, muss die Liegefläche trocken und sauber sein sowie weich, um das Einsinken der Gelenke beim Ablegen ohne Schmerzen zu ermöglichen.

Die Hochbox ist zusätzlich mit einer Deckschicht aus Häckselstroh einzustreuen, um Flüssigkeiten binden zu können. Werden die Tiere auf Tiefstreu gehalten, ist ebenfalls eine saubere und trockene Liegefläche durch regelmäßiges Nachstreuen herzustellen.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 49/2020 unter der Rubrik "Tier" und im digitalen Bauernblatt.

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