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Fotos: Sönke Hauschild

Tierrechtsaktivisten drangen am Montag in den frühen Morgenstunden in das Gelände des Tönnies-Schlachthofs in Kellinghusen, Kreis Steinburg, ein und sorgten für eine Blockade. Erst nach einigen Stunden konnte die Polizei die Tierrechtler entfernen. Landwirte starteten eine spontane Gegenaktion am Schlachthof und demonstrierten ihr Unverständnis für die Aktion des Bündnisses "Gemeinsam gegen Tierindustrie".

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, zeigte sich ebenfalls verärgert über die Schlachthofbesetzer. "Es ist nicht hinnehmbar", so Schwarz, "dass rechtmäßig arbeitende Unternehmen durch eindeutig rechtswidrige Aktionen geschädigt und so das Demonstrationsrecht missbraucht wird", bekräftigte Schwarz. Militante und strafrechtlich relevante Kommandoaktionen dürften nicht als "ziviler Ungehorsam" bemäntelt und damit der gezielte Rechtsbruch verharmlost werden.

"Wir fordern, dass der Staat in solchen Fällen schnell und konsequent durchgreift", bekräftigte Schwarz. Andernfalls drohe auch eine Erosion des Rechtsempfindens und letztlich des Rechtsstaates. "Wir Bauern stützen und respektieren den Rechtsstaat und haben uns bei den vielen Aktionen und Demonstrationen der vergangenen Jahre selbstverständlich an das geltende Recht gehalten.

Umgekehrt setzen wir voraus, dass dieser Staat uns und die Lebensmittelwirtschaft vor rechtswidrigen Angriffen selbst ernannter Tierrechtler schützt", betonte der Verbandspräsident. Besonders verantwortungslos sei es, die aufgrund der Corona-Auflagen und der dadurch reduzierten Schlachtzahlen ohnehin angespannte Situation in der Schlachtbranche und Landwirtschaft für die Wirkung der Störaktion ausnutzen zu wollen.

 

Eindrücke von der Besetzung des Schlachthofes finden Sie hier. Ein Interview mit einer Tierrechtlerin finden Sie in diesem Video.

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