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Massenauslauf bei Thorben Lucht (M.): Die Neugier auf die Besucher Dr. Sandra Erdmann und Uwe Mehrens drängt die Schweine nach draußen. Foto: Sönke Hauschild

"Schwein oder nicht Schwein", das ist für viele Betriebe derzeit eine bange Zukunftsfrage. Und die Antwort darf gerade in der deutschen Sauenhaltung nicht lange auf sich warten lassen. Eine mögliche Antwort gibt die Edeka Fleischwerk Nord GmbH jetzt mit ihrem regionalen, auf dem Gutfleisch-Programm basierenden Strohschwein.

Ende 2022 möchte das Fleisch­werk 10 % der Frisch­ und Verarbei­tungsware aus dem eigenen Haus mit der Haltungsform Stufe 3 un­ter die Kundschaft bringen. Das ist eine Herausforderung. Preislich soll das Fleisch zwischen Gutfleisch mit den Anforderungen der Initiative Tierwohl (ITW) – also Haltungsform Stufe 2 – und Bio – also Haltungs­form Stufe 4 – liegen.

Seit September 2021 ist in 60 Pi­lotmärkten der Verkauf in der Be­dientheke gestartet. Ab Januar sol­len es je nach Verfügbarkeit abge­packter SB-Ware 670 Märkte sein. "Für die Frischetheke braucht es ausgebildete Verkaufskräfte", sagt Dr. Sandra Erdmann, Tierschutzbeauftragte bei Edeka. Denn das Produkt sei erklärungsbedürftig, aber auch ­-würdig. Doch zualler­erst braucht es Schweinehalter aus Schleswig­-Holstein, die mitmachen. Seit 1990 ist die Vermarktungsge­meinschaft für Zucht­- und Nutz­vieh (ZNVG) Hauptlieferant für das Gutfleisch-­Programm und startet nun mit der Lieferung von Strohschweinen. Wie funktioniert das Upgrade?

Thorben Lucht aus Barlt, Kreis Dithmarschen, steigt gerade mit der Mast auf das Strohschwein um. Auf seinem Betrieb nahe der Nordsee ist das Programm, das auf der Haltungsstufe 3 des Lebensmittelhandels basiert, schnell erklärt: QS- und ITW-Teilnahme, 40 % mehr Platz, Außenklimareiz durch Offenfrontstall oder Auslauf, nachhaltige Futtermittel (GVO-frei, N- und P-reduziert, kein Überseesoja, heimische Proteinpflanzen) und Stroheinstreu sind die Voraussetzungen, um 30 ct/kg Schlachtgewicht (SG) für das ganze Tier zu bekommen. Dazu kommen ein Bonus für höhere Schlachtgewichte und der ITW-Bonus in Höhe von 5,28 € je Tier.

"Der Unterschied zu Wettbewerbern ist: Wir zahlen den Stroh­schweineaufschlag für das ganze Tier mit einer hundertprozenti­gen Abnahmegarantie", betont die promovierte Agrarwissenschaftlerin Erdmann. Das Risiko gehe Edeka Nord ein, weil durch das eigene Fleischwerk die Mehrkosten auf das ganze Tier umgelegt und preis­lich abgepuffert würden. Dazu si­chere das Unternehmen seinen Lie­feranten einen Mindestpreis von 1,40 €/kg SG, was im Moment ei­nen echten Vorteil darstellt.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 51/52/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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