Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist ein Konzept zur Finanzierung von mehr Tierwohl. Foto: Imago

Um Investitionen in teure Tierwohlställe abzusichern, benötigen Landwirte langfristig verlässliche Prämien. Entsprechende Verträge könnten dies leisten, erklärte Jochen Borchert, Vorsitzender des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, den rund 150 Teilnehmern beim Auftakt der digitalen Veranstaltungsreihe "Perspektive 2040: Schweinehaltung mit Zukunft" vergangene Woche Donnerstag.

Laut Borchert ist das Staatsziel Tierschutz ein öffentliches Gut. Demnach sei der Einsatz öffentlicher Gelder gerechtfertigt, um dieses Ziel zu erreichen, zumal sich der Bürger zwar mehr Tierwohl wünsche, dies an der Ladentheke aber nicht sichtbar werde.

Nach Vorstellung des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers setzt sich das Einkommen der Tierhalter künftig aus dem Marktpreis für das Produkt und einer Prämie für das Tierwohl im Stall zusammen. Dabei müsse zwischen Investitionen in teurere Tierwohlställe und erhöhten laufenden Kosten unterschieden werden. Beide Bereiche müssten separat vertraglich geregelt werden, um das notwendige Vertrauen der Tierhalter in ein solches System zu schaffen. Die Zeit dränge. "Wenn wir abwarten, bis das Tierwohl in anderen Ländern den gleichen Stellenwert wie in Deutschland genießt, ist die Tierhaltung abgewandert", mahnte Borchert.

Notwendig sei nun ein Bundestagsbeschluss zur Einführung einer Tierwohlabgabe. Das Kompetenznetzwerk habe dazu verschiedene Vorschläge erarbeitet. Am ehesten umsetzbar sind nach Borcherts Einschätzung die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf tierische Produkte von 7 % auf 19 % oder eine mengenbezogene Verbrauchssteuer. Da bei beiden Systemen keine Zweckbindung möglich sei, müssten die Prämienzahlungen vertraglich mit den Landwirten abgesichert werden.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 13/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben