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Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir nahm am EU-Agrarratstreffen teil. Fotos: Imago

Die EU-Agrarminister kamen am Montag und Dienstag dieser Woche zum letzten Ratstreffen für dieses Jahr in Brüssel zusammen. Auf der Agenda standen unfaire Handelspraktiken, die Schweinefleischpreise, das EU-Tierschutzrecht und ein Notfallplan für die Lebensmittelversorgung. Die Minister trafen sich schon am Sonntag, um über Fischfangquoten zu verhandeln.

Beim Agrarratstreffen hat sich die Mehrheit der Landwirtschaftsminister für eine Regulierung von Zuchtstrategien über das EU-Tierschutzrecht ausgesprochen und die Kommission aufgefordert, entsprechende Anpassungen vorzuschlagen. Hintergrund war die in Brüssel vom dänischen Agrarminister Rasmus Prehn vorgestellte Studie der Universität Kopenhagen, wonach 85 % der von Wissenschaftlern untersuchten Legehennen an Brustbeinfrakturen litten, die vermutlich durch den Legevorgang ausgelöst würden. Nach den Worten Prehns ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass diese Probleme auf die Genetik der Tiere zurückzuführen sind. Da laut Prehn die meisten Legehennen auf Hybridlinien nur sehr weniger Zuchtunternehmen zurückgehen, dürfte es sich hierbei um ein EU-weites Tierleiden handeln. Der Däne mahnte die Kommission deshalb, sich dieses Problems anzunehmen.

Özdemir tritt für Tierschutzrecht ein

Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) unterstützte Dänemarks Forderungen. Auch Deutschland messe dem Thema eine große Priorität bei. Man werde die Ursachen für die Brustbeinbrüche umfassend untersuchen. Auch Deutschland wolle prüfen, was in dieser Angelegenheit getan werden könne, um den Tierschutz zu stärken, so Özdemir.

Frankreichs Agrarressortchef Julien Denormandie betonte seine Unterstützung für ein EU-weites Vorgehen. Zugleich forderte der Pariser Minister, dass strengere Regeln auch für importierte Eier aus Drittstaaten gelten müssten. Sonst drohten Wettbewerbsverzerrungen.

Ihre große Zustimmung dafür, die Zuchtstrategien in das EU-Tierschuttrecht aufzunehmen, erklärten auch die österreichische Delegation und die bulgarische. Zugleich wurde an die Forderung nach verbindlichen Mindeststandards für die Putenhaltung erinnert. Portugal pochte ebenfalls auf eine zügige Anpassung der Zuchtmethoden und verwies neben dem Tierleid auch auf die wirtschaftlichen Kosten aufgrund verletzter Tiere.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 50/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.



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