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Foto: ju

Obwohl die meisten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe heutzutage über schnell laufende Traktoren mit einer betriebsbedingten Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h oder sogar 60 km/h verfügen, finden sich auf den Höfen noch viele straßenverkehrsrechtlich nicht zulassungspflichtige Anhänger, die nur mit 25 km/h betrieben werden dürfen.

In diesem Zusammenhang ist jedoch dringend zu beachten, dass diese Anhänger nur dann von den Vorschriften über das Zulassungsver-fahren ausgenommen sind, wenn sie in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden und mit einer Betriebsgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h eingesetzt werden. Zudem sind diese Anhänger zwingend mit einem „25“-Schild zu kennzeichnen (§ 3 Absatz 2 Nummer 2 Fahrzeugzulassungsverordnung, FZV).


Verstärkte Kontrollen

Gerade in der einsetzenden Bewirtschaftungszeit führt die Polizei wieder verstärkt Kontrollen durch. Häufig bemängelt wird dabei, dass die Züge trotz der 25er Kennzeichnung deutlich schneller unterwegs sind. Auch ein Fall, in dem ein Anhänger mit einem Aufkleber „40“ gekennzeichnet war, ohne zugelassen zu sein, ist von der Polizei registriert worden. Letzteres stellt nicht nur einen Verstoß gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO), sondern zugleich gegen das Pflichtversicherungsgesetz und die Abgabenordnung dar.

Einsatzzweck entscheidend

Nach der StVZO dürfen hinter Zugmaschinen bis zu zwei Anhänger mitgeführt werden. Diese Anhänger, zu denen nicht nur Plattformwagen sondern auch Ladewagen, Düngerstreuer et cetera gehören, sind aber nur dann zulassungsfrei, wenn sie tatsächlich für land- und forstwirtschaftliche Zwecke verwendet und mit einer Geschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h gezogen werden. Beträgt die bauartbestimmte Höchstgeschwindigkeit des ziehenden Fahrzeuges – wie in der Regel – mehr als 25 km/h, so bleiben die Anhänger nur dann zulassungsfrei, wenn sie entsprechend gekennzeichnet sind („25“-Schild). Allein das Fehlen des Schildes kann einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz und damit einen Straftatbestand darstellen.Selbstfahrende Arbeitsmaschinen dürfen (nur) einen lof-Anhänger mitführen, wenn eine entsprechende Anhängelast und Anhängekupplung in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist. 

Kennzeichen muss passen

Die zulassungsfreien Anhänger erhalten lediglich eine Betriebserlaubnis und unterliegen auch nicht der Untersuchungspflicht gemäß § 29 StVZO (Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung). Ein eigenes Nummernschild müssen zulassungsfreie Anhänger nicht haben. Nach § 10 Absatz 8 FZV genügt es, bei zulassungsfreien Anhängern an der Rückseite des letzten Anhängers ein Kennzeichen anzubringen, das dem Halter des ziehenden Fahrzeugs für eines seiner Zugfahrzeuge zugeteilt worden ist. In diesem Zusammenhang kommt es häufig zu Beanstandungen durch die Polizei, wenn das Wiederholungskennzeichen nicht das amtliche Kennzeichen eines Zugfahrzeuges des Halters des ziehenden Fahrzeuges widerspiegelt. Hierzu kann es dann besonders leicht kommen, wenn Anhänger von einem anderen Betrieb unter Einsatz des eigenen Schleppers geliehen werden oder ein Schlepper verkauft wurde.

Befreit von der Steuer

Um die geschilderten Probleme sowie die erheblichen Bußgelder bei Geschwindigkeitsübertretungen oder fehlendem „25“-Schild zu umgehen, kann erwogen werden, land- und forstwirtschaftliche Anhänger zumindest bis 40 km/h Höchstgeschwindigkeit zuzulassen, soweit dies technisch möglich ist. Ein rein für landwirtschaftliche Zwecke eingesetzter Anhänger bleibt von der Kraftfahrzeugsteuer befreit und erhält ein eigenes grünes Kennzeichen sowie ein 40er-Schild. Die Beiträge zur Haftpflichtversicherung halten sich für solche Anhänger meist in Grenzen. Zu beachten ist allerdings, dass der mit der Zulassung ausgehändigte Anhängerschein bei jeder Fahrt mitzuführen ist. Eine Hauptuntersuchung ist für diese Anhänger unabhängig von der zulässigen Gesamtmasse alle zwei Jahre durchzuführen.

Michael Müller-Ruchholtz
Bauernverband Schleswig-Holstein 
Tel.: 0 43 31-12 77 32
E-Mail: mueller-ruchholtz@bvsh.net

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