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Durch Gänseverbiss sind die Roggenpflanzen unterentwickelt. Das Längenwachstum und die Kornfüllung bleiben auf der Strecke, zeigt Oke Martinen (li.). Foto: Mechthilde Becker-Weigel

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich einen persönlichen Eindruck von den zunehmenden Fraßschäden durch Gänse auf Amrum gemacht. Auf Einladung des Kreisbauernverbandes Südtondern besuchte er am Mittwoch voriger Woche den Hof der Familie Martinen.

Die Verabredung zum Betriebsbesuch von Ministerpräsident Daniel Günther geht zurück auf den Kreisbauerntag am 12. Februar 2020 in Reußenköge. In seinem Vortrag hatte der junge Landwirt Oke Martinen dem Ministerpräsidenten den Hinweis gegeben, dass sein Brief, den er ihm in die Staatskanzlei geschickt hatte, nicht beantwortet worden sei. Daraufhin kündigte Günther seinen Besuch an, was er jetzt in die Tat umgesetzt hat. Der Ministerpräsident wollte sich ein Bild machen vom Ausmaß der Schäden durch Wildgänse. Zwar war ein Teil der Nonnengänse schon weitergeflogen in die Sommerquartiere. Zurückgeblieben sind Fraßschäden und Verkotung und die Tatsache, dass mit den Gänsen der größte Teil von Martinens Ernte weggeflogen ist.

Oke Martinen bewirtschaftet 190 ha, davon 120 ha Ackerbau in pflugloser Bodenbearbeitung, und 70 ha Grünland, davon 30 ha Weidenutzung, für seine 160 Mastrinder, die zu 98 % aus eigenem Futterbau ernährt werden. Mittlerweile muss der Betrieb auf mehreren Standbeinen stehen. Die Verluste, die durch Gänsefraß entstehen, sind zu groß. Martinen hält 650 Hühner in Mobilstallhaltung mit Weidegang. Im Hofladen werden Eier und ein Teil des Rindfleisches aus eigener Schlachtung vermarktet.

"Der erste Schnitt ist bei mir vier Wochen später wegen Gänsefraß. Auf dem Festland wird dann schon der zweite Schnitt geerntet, im Ackergras vielleicht schon der dritte", schilderte Oke die enormen Schäden und Vater Irk Martinen ergänzt: "Im vorigen Jahr haben wir im Durchschnitt nur zwei Tonnen Roffen pro Hektar gedroschen. Es fehlen sechs Tonnen nur durch die Gänse. In den vergangenen Jahren hat sich unser Verlust auf 60.000 bis 70.000 € summiert." Dabei ist Roggen die einzige Frucht, die so widerstandsfähig ist, dass sie nach Abfraß wieder weiterwächst. Weizen gehe kaputt, erläutert Martinen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 23/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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