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Alle Abstimmungen des Landeshauptausschusses in der vergangenen Woche verliefen einstimmig. Foto: Dr. Robert Quakernack

"Veränderung gestalten" heißt das Positionspapier, das der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) im März 2017 vorgestellt hat. Nach Ergänzungen zu den Themen Ackerbau und Bildung beschloss der Landeshauptausschuss des BVSH vergangene Woche Donnerstag Leitgedanken zum Klimaschutz.

"Das Thema nimmt politisch richtig Fahrt auf", berichtete BVSH-Präsident Werner Schwarz. Allein im Bereich Moorschutz könnten in Schleswig-Holstein bis zu 16.000 ha betroffen sein. Sich zum Klimaschutz nicht zu äußern, ist laut Schwarz daher keine Option. Er erinnerte daran, dass sich der Deutsche Bauernverband (DBV) schon frühzeitig mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Die erste Fassung der DBV-Klimastrategie sei bereits 2010 erschienen. Die Mitglieder des Hauptausschusses begrüßten die vorgeschlagenen Positionen und beschlossen das Papier nach intensiver Diskussion einstimmig.

Tierwohlfragen offen

Beim Blick auf die verschiedenen Produktionsbereiche stellte BVSH-Vizepräsident Klaus-Peter Lucht fest, dass der Strukturwandel auch in der Milchwirtschaft "rasant" verlaufe. Es sei unklar, was bezüglich Tierwohlanforderungen auf die Betriebsleiter zukomme. Daraus ergäben sich Unsicherheiten bei Investitionen. Zudem stellten bereits steigende Baukosten hohe unternehmerische Risiken dar. Die Perspektiven auf dem Milchmarkt seien allerdings gut. Die Exporte liefen gut. Er forderte Meiereien auf, ihre Einnahmen über den Auszahlungspreis komplett an die Erzeuger weiterzugeben.

Lucht sprach das QMilch-Programm an, das Anfang kommenden Jahres eingeführt werde. Damit würden zusätzliche Tierwohlanforderungen auch für Verbraucher sichtbar. Einige – aber bei Weitem nicht alle – Meiereien werden nach seine Einschätzung mitmachen.

Den Markt für Tierwohlmilch hält Lucht für begrenzt. Der Verbraucher kaufe weiterhin sehr preisbewusst ein. "Sondermilchen machen nur rund zehn Prozent des Marktes aus", erläuterte Lucht.

"Wir stehen in der Schweinehaltung vor einem Strukturbruch", berichtete Dietrich Pritschau, zweiter BVSH-Vizepräsident. Die Corona-Pandemie habe die Krise indiziert. Die verlorenen Marktanteile könnten nicht – anders als in vorherigen Marktkrisen – zurückgewonnen werden, da die deutschen Schweinehalter die Kostenführerschaft verloren hätten. Das sogenannte fünfte Viertel sei aufgrund von Sanktionen wegen der Afrikanischen Schweinepest nicht mehr auf dem Weltmarkt platzierbar. Das mache Erlöseinbußen in Höhe von 20 € bis 50 € pro Schwein aus. Mittelfristig sei keine Verbesserung der Vermarktungslage in Sicht, so Pritschau.

 

 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 46/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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