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Einmal pro Jahr beprobt das LLUR die Grundwassermessstellen in Schleswig-Holstein. Foto: rq

Zur Überprüfung der Grundwasserbeschaffenheit existieren in Schleswig-Holstein 319 Messstellen. Sie sind zwischen 2,5 m und 71 m tief. Zuständig für die Überwachung ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Es nimmt regelmäßig Proben und lässt sie im Landeslabor analysieren. Bei einer Messkampagne Ende Februar war das Bauernblatt dabei.

Zur Route des LLUR-Probenahmefahrzeugs gehörten die Messstellen Garlbek und Elsdorf-Westermühlen, beide Kreis Rendsburg-Eckernförde. Sie sind Teil des Messnetzes zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Neben dem WRRL-Messnetz gibt es das EU-Nitratmessnetz und das Messnetz zur Beobachtung für die Europäische Umweltagentur (EUA).

"Alle Messstellen in Schleswig-Holstein sind gleich aufgebaut", erläutert Dr. Frank Steinmann, der im LLUR-Dezernat 44 (Grundwasserhydrologie und Gewässerschutz) unter anderem für das operative Messnetz zuständig ist. Sowohl der Bau von Messstellen als auch die Probenahme richteten sich nach den entsprechenden DIN und technischen Merkblättern. Die konkreten Tätigkeiten bei der Probenahme orientieren sich an den sogenannten Standardanweisungen. Jede Messstelle werde einmal pro Jahr gemessen, die flacheren tendenziell im Frühjahr, die tieferen eher im Herbst. Die Jahreszeit habe aber keinen relevanten Einfluss auf die Messwerte, so Steinmann.

Es gelte grundsätzlich, möglichst weit oben im Hauptgrundwasserleiter zu beproben, weil dort potenzielle Veränderungen am frühesten auffielen. Die mittlere Filtertiefe beträgt 11 m unter Geländeoberkante. Die Messpunkte variierten aber zwischen 1 m und mehr als 20 m Tiefe, je nachdem wie dick die Deckschichten seien und aus welchem Material sie bestünden. Im Östlichen Hügelland seien die Deckschichten vergleichsweise mächtig und enthielten mehr Ton und Schluff. Das Wasser verlagere sich dort langsamer. Im Mittel reagierten die Messstellen innerhalb von zehn Jahren auf veränderte Bedingungen; manche schon nach einem Jahr, manche erst nach mehr als 20 Jahren. Teil der Probenahme ist eine Umgebungsbeschreibung, da beispielsweise Nutzungsänderungen Einfluss haben können.

Vor jeder Probenahme überprüft der Probenehmer, ob sich in der Messstelle Sedimente abgesetzt haben. Beim Ablassen der Tiefensonde ist gut zu spüren, wann sie den Boden berührt und ob der Kontakt hart oder weich ist. Ein weicher Kontakt ist ein Indiz für Ablagerungen. Wenn Ablagerungen oder andere Veränderungen festgestellt werden, wird der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) mit der Wartung der Messstelle beauftragt. Grundsätzlich wird jede Messstelle laut Steinmann mindestens alle zehn Jahre einer Wartung unterzogen. Das beinhalte das Ausblasen, eine Kamerafahrt und einen Punktversuch, um zu prüfen, wie schnell das Wasser nachläuft.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 14/2020 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

Fragen und Antworten zur Grundwasserüberwachung in Schleswig-Holstein

Kritische Bewertung der Grundwassermessnetze des Bauernverbandes

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