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Die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Emissionshandel erfordert einen klaren politischen Rahmen. Foto: Agrar-Press

Die Einbeziehung der Landwirtschaft in den europäischen Emissionshandel könnte zusätzliche Einkommensquellen für Betriebe schaffen. Allerdings sehen Experten des Thünen-Instituts (TI) zwei große Herausforderungen, die die Einbeziehung erschweren.

Ein Problem sei, dass die landwirtschaftlichen Emissionen aus vielen diffusen Quellen stammten. Daher sei es nicht leicht, Ansatzstellen für klimapolitische Maßnahmen zu finden, die sich rechtssicher und mit vertretbarem Aufwand administrieren lassen. Außerdem würden land- und forstwirtschaftliche Produkte in großem Umfang international gehandelt. Daher könne eine CO2-Bepreisung in Europa dazu führen, dass emissionsintensive Produktionszweige in Drittstaaten verlagert würden und dort die Treibhausgasbilanz verschlechterten.

Laut einer Thünen-Studie besteht das beste Politikkonzept darin, die "einzelbetriebliche Treibhausgasbilanz" eines jeden landwirtschaftlichen Betriebs als Steuerungsparameter zu verwenden. In der Praxis sei es aber nicht möglich, die hierfür benötigten Zahlen für die vielen Emittenten in der Landwirtschaft justiziabel und mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln.

Das Thünen-Institut untersucht daher wie für die verschiedenen Gruppen von Treibhausgasen aus der Landwirtschaft (Lachgas, Me­than, Kohlendioxid), wie eine Integration in eine CO2-Bepreisung gelingen könnte.

Die Lachgasemissionen könnten demnach nur sanktioniert werden, indem die Menge an reaktiven Stickstoffverbindungen in die CO2-Bepreisung einbezogen werde. Eine Option wäre, den jährlichen Stickstoffüberschuss für jeden einzelnen Betrieb zu ermitteln. Dies könne zum Beispiel so ausgestaltet werden, dass für eine geringe Überschussmenge je Hektar Emissionszertifikate kostenlos ausgegeben würden. Betriebe, die unter dieser Schwelle blieben, könnten die nicht benötigten Zertifikate verkaufen, und Betriebe mit besonders hohem Stickstoffbedarf müssten Zertifikate zukaufen. Diese Politikoption setze aber voraus, dass die Behörden ein flächendeckendes Nährstoffkataster führten und die Angaben der Betriebe mit Angaben des Futtermittel- und Düngerhandels abglichen.

Alternativ könnte die Politik die Düngemittelfabriken und Importeure, die Mineralstickstoff in Verkehr bringen, verpflichten, für jede Tonne Mineraldünger Emissionsrechte zu kaufen. Ergänzend müsste aber auch der Futtermittelhandel einbezogen werden, da über diesen Weg ebenfalls viel Stickstoff in den Agrarsektor gelange. Hier ist die Administration laut TI allerdings schwieriger als beim Mineralstickstoff, denn nur ein Teil der Futtermittel wird von Großunternehmen verkauft.

 

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 47/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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