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Der freie Stuhl in der Diskussionsrunde stand für Wortbeiträge der Landwirte bereit. Foto: Julian Haase

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) forderte den Deutschen Bauernverband und die Bauernorganisation "Land schafft Verbindung" (LsV) Anfang Dezember auf, inhaltliche Vorschläge für eine Zukunftskommission Landwirtschaft zu machen. Die Bauernverbände Schleswig-Holstein und Hamburg sowie LsV luden daher vergangene Woche Mittwoch zum Zukunftsforum Landwirtschaft in die Rendsburger Nordmarkhalle. Die norddeutschen Landwirte waren aufgerufen, ihre Vorstellungen von einer zukunftsfähigen Landwirtschaft zu schildern.

Neben den Vertretern der Bauernorganisationen sollten möglichst viele Landwirte zu Wort kommen. Dazu diente ein freier Platz in der "Fishbowl"-Diskussionsrunde. Rund 20 Personen ergriffen das Mikrofon und teilten ihre Vorstellungen mit den rund 1.100 Besuchern. Die Äußerungen wurden protokolliert und dienen der Zukunftskommission als Arbeitsgrundlage. Es gab Vorschläge in vier Themenblöcken. Das Protokoll in Auszügen:

Wettbewerbsfähigkeit

  • besser Nachhaltigkeitsabgabe als Mehrwertsteueranhebung
  • staatliche Beratung für neue Regelungen einrichten
  • Bildung für Best-Practice-Management stärken (unter anderem Integration der Ökoklassen)
  • Vorkaufsrecht für Betriebe bis 100 ha, außerlandwirtschaftliche Investoren stoppen und zu Zwangsveräußerung zwingen <-> Planwirtschaftliche Lösungen führen nicht in die Zukunft

Landwirtschaft und Umwelt

  • gemeinsame Lösungen von Landwirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft suchen
  • zunehmende Umweltleistungen der Landwirtschaft vergüten
  • Fondslösung des Lebensmitteleinzelhandels nicht nur für Tierwohl, sondern auch für Umweltleistungen
  • Umweltschutz als Betriebszweig im Rahmen von produktionsintegrierter Kompensation praktikabler machen und ausbauen

Zukunft der Tierhaltung

  • fachliche Grundlagen vor Schaffung neuer Regelungen berücksichtigen
  • Stalleinbrüche ahnden
  • Bevorratung von Medikamenten durch Landwirte in geringem Umfang zulassen, zumindest nach Sachkundeprüfung
  • Investitionen für Tierwohlbelange fördern

Zukunft der Agrarpolitik

  • Einkommenswirkungen von künftigen Agrarumweltleistungen in der Ersten Säule als Vorteil erkennen
  • Dokumentationspflichten infrage stellen
  • Fairtrade-Siegel für deutsche Landwirte
  • erweiterte Fruchtfolgen fördern

Weitere Punkte des Protokolls zu den vier Themenblöcken finden Sie in der Bauernblattausgabe 03/2020 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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