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Ab 2021 stehen Schweinehaltern vier Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zur Verfügung. Eine Möglochkeit stellt die Ebermast und Impfung gegen Ebergeruch dar. Foto: Dr. Robert Quakernack

Inhalationsnarkose, Injektionsnarkose, Ebermast oder Immunokastration – auf eine dieser vier Methoden müssen sich die deutschen Ferkelerzeuger am 1. Januar 2021 eingestellt haben. Im Auftrag des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) wurden daher bundesweite Informationsveranstaltungen organisiert. In Schleswig-Holstein hat die Schweinespezialberatung (SSB) den Zuschlag für die Durchführung bekommen. Nach der ersten Veranstaltung am 12. März in Lürschau, Kreis Schleswig-Flensburg, konnte die zweite Veranstaltung in Leezen, Kreis Segeberg, coronabedingt erst vergangene Woche Donnerstag stattfinden. Rund 50 Landwirte und Berater nahmen teil.

"Kastrieren von Tieren ist traditionsreich", leitete SSB-Geschäftsführerin Karin Müller in die Thematik ein. Schon in der christlichen Weihnachtsgeschichte werde von Ochsen im Stall geschrieben. Aus Tierschutzgründen unterliegt die Kastration heutzutage gesetzlichen Regelungen, die sich am 1. Januar 2021 verschärfen. Dann ist die Kastration von männlichen Ferkeln ohne Betäubung endgültig verboten. Laut Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) werde es trotz der Corona-Pandemie keine weitere Übergangsfrist geben. "Wir brauchen alle Alternativen, die wir haben", betonte Müller.

Dr.Evelin Stampa, Präsidentin der Tierärztekammer Schleswig-Holstein, berichtete zur Inhalationsnarkose. "98 % der Tierärzte kritisieren die Ausnahme vom Tierarztvorbehalt, wodurch Landwirte die Narkose mit Isofluran selbst durchführen dürfen." Andererseits könnten Tierärzte bei Komplikationen kaum mehr ausrichten als der Landwirt, da es beispielsweise kein zugelassenes kreislaufstabilisierendes Mittel gebe. Stampa verdeutlichte: "Wir können auch nur schütteln und klopfen."

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) habe bislang fünf Geräte zugelassen. Alle verfügten über eine manipulationssichere Aufzeichnung, damit das Gerät sicher Verwendung findet. Am 9. Juli werden alle Modelle im Rahmen der Bau- und Energielehrschau auf dem Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (LVZ) vorgestellt.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 27/2020 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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