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In Erftstadt-Blessem südwestlich von Köln kam es zu gewaltigen Erdrutschen, es bildeten sich riesige Erdlöcher. Mehrere Wohnhäuser und Teile einer historischen Burg stürzten ein. Ein landwirtschaftlicher Betrieb konnte in letzter Minute in der Nacht seine 60 Pferde evakuieren. Foto: Imago

Nach der Unwetterkatastrophe hat sich die Lage in den betroffenen Regionen im Westen Deutschlands stabilisiert. Die Aufräumarbeiten schritten voran, teilen die Behörden in Nordrhein-Westfalen mit. Es sei jedoch schon sicher, dass zahlreiche Häuser dauerhaft unbewohnbar seien und wichtige Infrastruktur zerstört sei.

Die schrecklichen Bilder der vergangenen Tage aus den Überschwemmungsgebieten sind allzu präsent und werden einen nicht so schnell loslassen. Mindestens 170 Menschen seien gestorben, hieß es am Mittwoch. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwettertote bestätigt. Noch immer werden Menschen vermisst, allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40.000 Menschen gelten dort als von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut betroffen.

Auch die Landwirtschaft kämpft noch mit den Folgen der Überschwemmungen. "Mit welchen Verlusten wir im landwirtschaftlichen Bereich des Rheinlands zu rechnen haben, kann man noch nicht abschätzen", erklärte RLV-Präsident Bernhard Conzen Anfang der Woche. Es seien auch Landwirte gestorben, sagte Conzen Mitte der Woche in einem Interview. Die genaue Opferzahl wisse man noch nicht. Am Mittwoch seien zwei Berufskollegen tot aufgefunden worden, die als vermisst galten. Aus den Umständen der Bergung müsse man schließen, dass die vermutlich beim Versuch zu helfen ums Leben gekommen seien.

Lage ist unübersichtlich, Kabinett beschließt Hilfe

Nach wie vor ist die Lage unübersichtlich und Regionen sind unterschiedlich stark betroffen. Nervosität breite sich vor allem unter den Gemüsebauern im Rheinland aus, bestätigte Conzen. Denn die großen Abnehmer haben sofort bekannt gemacht, vorerst keine Waren abzunehmen aus Sorge vor Kontamination durch die Überschwemmungen, möglicherweise mit Heizöl. Unter den Landwirten herrsche eine riesige Solidarität, viele wollten ihren Berufskollegen helfen und drückten mit Futter- und Sachspenden ihre Betroffenheit aus, berichtet Conzen. Zahlreiche Freiwillige machten sich zudem mit schwerem Gerät aus allen Himmelsrichtungen auf den Weg in die betroffenen Städte und Gemeinden und räumten Straßen und Häuser frei oder pumpten Keller leer.

Das Bundeskabinett hat Soforthilfen für die von der Hochwasserkatastrophe betroffenen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe beschlossen. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) am Mittwoch im Anschluss an die Kabinettssitzung mitteilte, wird sich der Bund zunächst mit bis zu 200 Mio. € hälftig an den Soforthilfen der Länder beteiligen. Damit stünden bis zu 400 Mio. € Gesamtsoforthilfe zur Verfügung.

Zudem sicherte die Bundesregierung zu, sich nach Abschätzung des Gesamtschadens am erforderlichen Wiederaufbau zu beteiligen, und zwar im notwendigen Umfang wie bei früheren Hochwasserkatastrophen. Hierzu strebt der Bund laut dem Agrarressort eine Einigung mit den Ländern an, die bei einer Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Bundesländer Ende Juli oder Anfang August, wenn der aktuelle Gesamtschaden besser abgeschätzt werden kann, getroffen werden könnte.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 29/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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