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Tierrechtsorganisationen setzen Bilder von Stalleinstiegen gezielt für Spendenkampagnen ein. Foto: Imago

Am Ende einer Tierrechtlerkampagne steht nicht selten eine bäuerliche Familie vor den Scherben ihres guten Rufs, manchmal auch der wirtschaftlichen Existenz. Ein sehr aktiver Akteur in Sachen Verwertung von Undercover-Aufnahmen ist das Deutsche Tierschutzbüro e.V. Ganz aktuell sind zwei Schweinemastbetriebe aus dem Landkreis Bad Bentheim (Niedersachsen) in das Visier der Organisation geraten, über die im Rahmen einer Exklusivreportage von "Plus-Minus" bei der ARD berichtet wurde. Den jüngsten Fall in Schleswig-Holstein bildete eine Undercover-Recherche, bei der heimlich gefertigte Aufnahmen aus einem Kuhstall bei Flensburg der Sendung "Panorama" zugespielt wurden.

Die Tierrechtsaktivisten leben in dem Glauben moralischer Überlegenheit, weshalb aus ihrer Sicht das hieraus abgeleitete vermeintlich hehre Recht im Kampf für ihre Ziele jedes Mittel heiligt. Indes wird bei Lichte betrachtet deutlich, dass das Gesamtsystem mancher Gruppierungen weniger darauf ausgerichtet zu sein scheint, sich als Anwälte der Tiere einzusetzen, sondern vielmehr womöglich eher dazu zu dienen mag, ein lukratives Geschäftsmodell zur Spendengenerierung zu betreiben.

Das System hinter der Produktion solcher Tierschutzskandale basiert auf der folgenden Arbeitsteilung: Grundlage bilden auch illegal erlangte Aufnahmen aus Ställen, die teilweise von heimlich installierten Kameras stammen oder von in die Hofgebäude eindringenden Aktivisten beziehungsweise sogenannten Rechercheteams gemacht werden. Die Ausführenden dringen teilweise binnen einer Nacht oder weniger Tage in verschiedene Betriebe ein, auch unter Außerachtlassung der notwendigen Hygiene. Sie verüben dabei oftmals einen Hausfriedensbruch, machen sich also strafbar. Es besteht somit gerade kein Freibrief für derartige "Undercover-Einsätze".

Die von Tierrechtlern lancierte nachfolgende Veröffentlichung in als kritisch geltenden Medienformaten erfolgt meist lange nach Erstellung der Bilder, sodass eine unmittelbare Überprüfung beziehungsweise das angeblich eigentlich notwendige Eingreifen der zuständigen Veterinärbehörden zum Wohle der Tiere vereitelt wird. Erst nach Wochen oder Monaten erscheinen dann die skandallastigen Berichte im Fernsehen.

Im US-amerikanischen Recht unterliegen solche illegal gewonnenen Beweise einem strengen Verwertungsverbot, weil sie bildlich gesprochen "Früchte des vergifteten Baumes" sind. Ein solches striktes Verbot fehlt im deutschen Presserecht. Nach der Rechtsprechung ist eine Veröffentlichung allerdings nur dann zulässig, wenn tatsächlich gravierende Missstände von erheblichem öffentlichen Interesse dokumentiert wurden. Demgegenüber ist ein Eindringen von Tierschützern auf Verdacht, um die dortigen Zustände erst festzustellen, nach den Gerichtsentscheidungen grundsätzlich nicht gerechtfertigt. Ebenso ist die Verbreitung von ungenehmigten Filmaufnahmen, die nicht die tatsächlichen Zustände wiedergeben, diese verzerren oder verfälschen, als unzulässig anzusehen.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 52/53/2020 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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