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Der DBV fordert die Lebensmittelhändler auf, sich zu einem Verhaltenskodex zu verpflichten, in dem die Ausrichtung der Verbraucherkommunikation nicht nur auf niedrige Preise ausgerichtet ist. Foto: Imago

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und seine Landesbauernverbände haben ein gemeinsames Forderungspapier vorgelegt, das an die vier großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (Aldi, Lidl, Rewe, Edeka) gerichtet ist und diese auffordert, die Beziehungen zwischen Handel und der deutschen Landwirtschaft langfristig und grundsätzlich zu verändern.

Viele landwirtschaftliche Betriebe sind laut DBV an der Grenze der Belastungsfähigkeit angelangt. Die auf wenige Unternehmen konzentrierte Nachfragemacht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) verhindere angemessene Vertragsbedingungen und Margen in der Lieferkette. Gleichzeitig belasteten immer mehr Auflagen die heimische Landwirtschaft, die sich im europäischen und internationalen Wettbewerb behaupten müsse.

Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und dem gesamten Lebensmitteleinzelhandel bedürfe daher neuer Rahmenbedingungen und einer grundlegenden Veränderung. Der Deutsche Bauernverband fordert von den Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels,

1. die heimische Landwirtschaft in der Einkaufspolitik zu fördern. Das Bekenntnis zur heimischen Erzeugung muss auch im Tagesgeschäft konsequent umgesetzt werden. Das sollte über einen Deutschland-Bonus erfolgen, der über die Vermarktungsunternehmen an die Landwirtschaft vollständig weitergereicht werden muss.

2. eine klare Selbstverpflichtung des Handels zum Ausstieg aus der "Dauerniedrigpreiskultur" abzugeben. Die Ausrichtung der Verbraucherkommunikation auf niedrige Preise ist Ausdruck von Ideenlosigkeit und zerstört Wertschöpfung und Nachhaltigkeit gleichermaßen. Hier kann ein gemeinsamer Verhaltenskodex Abhilfe schaffen.

3. höhere Qualitäts- und Erzeugungsstandards verlässlich und voll zu bezahlen. Landwirtinnen und Landwirte sind selbstverständlich bereit, in höhere Standards und Anforderungen ihrer Abnehmer zu investieren. Voraussetzung sind eine volle Honorierung und ein fairer Umgang mit höheren Erzeugungskosten. Beispiele dafür sind höhere Tierwohl- und Nachhaltigkeitsanforderungen, besondere Erzeugungsbedingungen wie "ohne Gentechnik" oder vergleichbare Zertifizierungen und besondere Anforderungen an Pflanzenschutzanwendung oder -einsatz.

4. in den Aufbau langfristiger und verlässlicher Liefer- und Vertragsbeziehungen zu investieren. Viele Anforderungen zur Nachhaltigkeit und zum Tierwohl sind investitionsrelevant. Allein deshalb müssen die Marktpartner zu langfristigen Vereinbarungen bereit sein. Hier ist Umsteuern zwingend notwendig.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 50/2020 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

Das vollständige Forderungspapier auf der Seite des Deutschen Bauernverbandes finden Sie hier.

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