Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Kriterien des Tierwohlkennzeichens für Schweine Grafik: Bundeslandwirtschaftsministerium

Die Tierhaltung ist im Wandel. Laut Dietrich Pritschau, Vizepräsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), müssen sich Schweinehalter "bewegen oder aufhören". Der BVSH hat daher mit der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, der Schweinespezialberatung Schleswig-Holstein (SSBSH) und dem Netzwerk Sauenhaltung die Veranstaltungsreihe "Perspektive 2040" ins Leben gerufen. Beim zweiten Termin der Reihe bewertete Bernhard Feller von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LKNRW) vergangene Woche Mittwoch die Kriterien für eine künftige Tierwohlkennzeichnung.

"Die Ställe werden in Zukunft ganz anders aussehen, als sie es heute tun", erklärte Feller den knapp 140 Teilnehmern. Der Fachberater ist Sprecher der Arbeitsgruppe Schwein des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, der sogenannten Borchert-Kommission. Diese hat einen Vorschlag für den Umbau der Tierhaltung vorgelegt, der sich an den Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens orientiert. Jedes darin enthaltene Kriterium besitzt drei Tierwohlstufen, die unterschiedlich weit über den gesetzlichen Standard hinausgehen.

Mehr Platz und Beschäftigung

Die Borchert-Kommission hat laut Feller als Ziel formuliert, dass die Haltungsstufe 2 ab 2040 zum Standard für alle Schweinehalter in Deutschland wird. Unter anderem werde deutlich mehr Platz für die Tiere vorgegeben. So müssten in der Haltungsstufe 2 beispielsweise 46 % mehr Platz in Ferkelaufzucht und Mast für die Tiere zur Verfügung gestellt werden. Während die Größe der Abferkelbucht und der Platz für die Sauen im Deckzentrum mit Blick auf die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung nicht erweitert werden müssten, sei im Wartestall in Stufe 2 von zusätzlichen 20 % Platz auszugehen.

Gefordert würden zudem eine deutliche Strukturierung der Buchten und dauerhafter Zugang zu organischem Beschäftigungsmaterial. Besonders herausfordernd in der Umsetzung sei der Außenklimareiz ab Stufe 2, der beispielsweise durch eine deutliche Öffnung der Außenwände oder durch Ausläufe erreicht werden könne. Es gebe jedoch noch sehr unterschiedliche Auffassungen, was genau unter Außenklimareizen zu verstehen sei. "Muss jedes Schwein die Nase auf die Fensterbank legen können?", fragte Feller. Er könne darauf noch keine verlässlichen Antworten geben.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 16/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben