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Werner Schwarz auf seinem Hof in Rethwisch Foto: Ulrike Baer

Für Werner Schwarz muss jetzt die Umsetzung kommen. Es wurde viel gesprochen und verhandelt im vorigen Jahr, von Gemeinsamer Agrarpolitik (GAP) bis Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL). Im Bauernblatt spricht der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein über seine Erfahrungen mit der ZKL, seine Erwartungen an den neuen Bundeslandwirtschaftsminister, die Bedeutung der Transformation für die Landwirtschaft und darüber, dass Naturschutz Konzepte bietet und sich lohnen sollte.

Herr Schwarz, im vorigen Jahr um diese Zeit hatten Sie keine Schweine im Stall. Wie sieht es jetzt aus?

Werner Schwarz: Der Stall ist seit Monaten wieder voll und es kommen Abferkelungen. Die Schweinehaltung ist natürlich eine große Schwierigkeit unter den aktuellen Verhältnissen. Wir sind entschieden weiterzumachen und müssen jetzt durchhalten.

Haben Sie Geld verdient mit den Schweinen?

Nein, Geld verdient haben wir nicht. Wir haben versucht, den Verlust zu minimieren.

Wie geht es weiter mit der Schweinehaltung? Wo sehen Sie die Politik?

Die Schweinehaltung hat mit Sicherheit Chancen in Deutschland. Die Menschen wollen auch in Zukunft noch Currywurst, Kochschinken auf der Pizza oder einen Schweinebraten essen. Die Schweinehaltung wird eine Zukunft haben, in welcher Form und in welchem Umfang, das ist heute nicht abzusehen. Meine Befürchtung ist, dass die Politik durch Nichtstun die Situation eher verschärft. Im Moment ist nicht absehbar, dass aus politischer Richtung Unterstützung kommt.

Kann der Verband unterstützen?

Der Verband unterstützt, indem berechtigte Forderungen permanent vorgetragen werden. Die Frage ist, ob es bei der Durchsetzbarkeit hilft. Wir sehen bei der Afrikanischen Schweinepest, dass sie nicht in den Griff zu kriegen ist, wenn Behörden und Landesinstitutionen nicht ausreichend agieren.

Der Begriff der Transformation prägt die Debatten der Agrarpolitik. Was bedeutet Transformation für Sie?

Transformation ist ein modernes Wort für Veränderung, für Neugestalten. Das ist uns Landwirtinnen und Landwirten nicht unbekannt. Es ist deutlich besser als Agrarwende. Denn das heißt, etwas komplett umzudrehen. Transformation bedeutet, etwas in eine Richtung zu entwickeln. Wir kennen den Transformationsriemen, der früher Kraft von einer Maschine auf die andere übertragen hat. Man kann das Bild erweitern, indem man sagt, dass die Anforderungen und die Wünsche der Gesellschaft auf die Landwirtschaft übertragen werden. Gleichzeitig muss es aber auch Kraft für die Landwirte bedeuten, um die Anforderungen zu erfüllen.

Worauf sollten sich die Bauern in Schleswig-Holstein bei der Transformation einstellen?

Das ist nicht nur Schleswig-Holstein spezifisch. Die gesamte Landwirtschaft in Europa wird einbezogen. Eckpunkte ergeben sich aus den Vorgaben des europäischen Green Deals und der Farm-to-Fork-Strategie. Es gibt erste Äußerungen des Bundeslandwirtschaftsministers und der Bundesumweltministerin, und wir können ein paar Punkte im Koalitionsvertrag der neuen Regierung lesen. In Schleswig-Holstein beschäftigt uns insbesondere wie sich die Bewirtschaftung von Moorböden entwickelt.

Wir sind als Landesbauernverband bereits vorgegangen und haben eine eigene Moorschutzstrategie auf den Weg gebracht, die in der Politik Eingang gefunden hat. Es geht um Eigentum, Investitionen und Existenzen, die nicht vernichtet werden dürfen. Ein anderer Punkt ist die Tierhaltung. Neben der Schweinehaltung werden wir auch in der Rinderhaltung neue Anforderungen bekommen und einen Wandel einleiten müssen. Der ist vielleicht in anderen Regionen Deutschlands größer als in Schleswig-Holstein, aber auch hier wird es Anpassungen geben.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der Bauernblattausgabe 1/2022 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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