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Die Suchhundestaffel der Kreisjägerschaft Segeberg, zu der auch Hunde und Hundeführer aus dem Kreis Stormarn gehören, ist für das Auffinden von Schwarzwildkadavern ausgebildet. Foto: Petra Dreu

Seit 2007 breitet sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) von Georgien kommend in Europa aus. In Deutschland wurden die ersten Fälle vor gut einem Jahr festgestellt. 2.100 infizierte Wildschweine und drei Hausschweine wurden bislang in Brandenburg und Sachsen gezählt. Um gegen die für Schweine zu 90 % tödliche Seuche gewappnet zu sein, fand am Sonnabend im Bereich der Försterei Fohlenkoppel in Reinfeld, Kreis Stormarn, eine groß angelegte Tierseuchenübung statt, an der rund 100 Zwei- und zehn Vierbeiner teilgenommen haben.

Die Frage ist nicht, ob die ASP kommt, sondern wann sie kommt. Sind es Monate, Wochen oder vielleicht auch nur Tage? Als Frank Brinker, Fachdienstleiter für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Kreis Stormarn, an der Kommandozentrale des Katastrophenschutzes den Weg nachzeichnete, den die Seuche seit 2007 genommen hat, wurde dem einen oder anderen mulmig. Denn: Aufhalten lässt sich die für den Menschen ungefährliche Tierseuche wahrscheinlich nicht mehr. Infiziert sich ein Hausschwein damit, muss der gesamte Bestand gekeult werden.

ASP-Virus hält sich lange in Schwarzwildkadavern

"Infizierte Tiere haben grippeähnliche Symptome und hohes Fieber. Sie sind unkonzentrierter und gefährdeter im Straßenverkehr. Der Tod tritt meistens innerhalb von zwei bis drei Tagen ein", beschrieb Amtstierarzt Christoph Heilkenbrinker die durch Blut übertragbare Krankheit. Sie ist zwar nicht auf den Menschen übertragbar, aber: "Wenn Spaziergänger verendete Wildschweine im Wald finden, nicht anfassen, sondern sofort bei Polizei, Förster oder Veterinäramt melden", betonte Heilkenbrinker.

Da sich das Virus lange in einem Kadaver halten kann, müssen örtliche Jäger immer wieder betroffene Gebiete nach Schwarzwildkadavern absuchen. "Nur so kann die Viruslast aus dem Gebiet genommen werden", sagte Frank Brinker, der den Schwerpunkt der Übung auf die Suche und die anschließende Bergung und Beprobung der Schwarzwildkadaver gelegt hatte. Sollte es zu einem Ausbruch der ASP kommen, müssen in den festgelegten Restriktionszonen von jedem toten Stück Schwarzwild Blutproben entnommen werden – unabhängig von der Todesursache.

Übung mit sechs Kadavern und einem Zufallsfund

Für die Seuchenübung stand den Beteiligten eine moderne Kommandozentrale mit Großbildschirmen im Innen- und Außenbereich zur Verfügung, in der alle Fäden zusammenliefen. Im Vorfeld hatten Helfer sechs Schwarzwildkadaver im Waldgebiet versteckt, die von vier Suchtrupps der ASP-Suchhundestaffel der Kreisjägerschaft Segeberg, einer Drohne mit Wärmebildkamera und einer klassischen Suchkette der Jäger gesucht und auch gefunden wurden.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 39/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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