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Ackerflächen, die mit einer Hangneigung über 5 % an Fließgewässer, Seen oder Küstengewässer grenzen, müssen dauerhaft begrünt werden. Foto: Dr. Michael Trepel

Für die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen, die mit einer durchschnittlichen Hangneigung von mehr als 5 % an Gewässer grenzen, wurden im vergangenen Sommer neue Regelungen eingeführt (§ 38a Wasserhaushaltsgesetz (WHG)).

Dabei hat der Gesetzgeber vorgegeben, dass die durchschnittliche Hangneigung in einem Streifen von 20 m Breite ab der Böschungsoberkante eines Gewässers bemessen wird. Bei Gewässern ohne ausgeprägte Böschungsoberkante ist deren Mittelwasserlinie maßgeblich.

Diese neuartigen 5 m breiten Gewässerrandstreifen sind dauerhaft zu begrünen und dürfen nur noch einmal innerhalb von fünf Jahren umgebrochen werden. Aus § 38a WHG ergeben sich keine weiteren direkten Beschränkungen für die Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Solche Beschränkungen ergeben sich allerdings aus der im Mai 2020 novellierten Düngeverordnung, wonach ab einer durchschnittlichen Hangneigung von 5 % an einem Gewässer ein Düngeverbot in einer Zone von 3 m Breite sowie ab einer Hangneigung von 10 % an einem Gewässer ein Düngeverbot von 10 m Breite gilt. Ab einer Hangneigung von mehr als 5 % gelten darüber hinaus auch in der an die Düngeverbotszone angrenzenden Fläche weitere Auflagen für die Ausbringungen von Düngemitteln.

Die Begrünungspflicht sowie die Beschränkung der Düngung von an Gewässer grenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen mit einer durchschnittlichen Hangneigung von mehr als 5 % wurden eingeführt, um den Nähr- und Schadstoffeintrag in oberirdische Gewässer, vor allem durch die Eintragspfade Erosion und Abschwemmung, zu verringern. In Schleswig-Holstein beträgt der Phosphoreintrag über den Eintragspfad Erosion landesweit nach Modellierungsergebnissen mit dem System Agrum-SH etwa 8 %. In der vorwiegend im Östlichen Hügelland liegenden, reliefreicheren Flussgebietseinheit Schlei/Trave ist der Anteil mit rund 20 % deutlich höher.

Damit bei der Landbewirtschaftung die sich aus der Hängigkeit ergebenden Auflagen eingehalten werden können, werden im Digitalen Atlas Nord Informationen zu den Hangneigungsklassen der an Gewässer grenzenden landwirtschaftlichen Flächen angeboten. Da die genaue Lage der Böschungsoberkanten digital nicht bekannt ist, wurde sie aus Angaben zur Gewässerbreite im amtlichen wasserwirtschaftlichen Gewässerverzeichnis (AWGV) abgeleitet. In vielen, aber nicht allen Fällen ist die Böschungsoberkante mit der am Gewässer verlaufenden Feldblockgrenze identisch. Ausgehend von der so virtuell ermittelten Böschungsoberkante wurde in einer Zone von 20 m Breite die Hangneigung in den Klassen 5 % bis <10 %, 10 % bis <15 % und >15 % ermittelt. Anschließend wurde die entlang einer (lotrecht) zum Gewässer verlaufenden Linie maximale Hangneigungsklasse auf das Gewässer projiziert. Im Digitalen Atlas Nord können sowohl die maximalen Hangneigungsklassen als Linien als auch die Hangneigungszonen als Flächen angezeigt werden. Weiterhin sind Informationen zur Hauptbodennutzung des Feldblockes enthalten. Der Digitale Atlas Nord im Internet: https://bit.ly/Gewaesserauflagen

Da aus den digital vorliegenden Informationen nicht eindeutig eine Betroffenheit abgeleitet werden kann, helfen die zur Verfügung gestellten Information zur Hangneigung von an Gewässer grenzenden Flächen dem Landwirt bei der Entscheidung, ob ein begrünter Gewässerrandstreifen angelegt oder Düngeauflagen beachtet werden müssen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 2/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

 

Ein Infoblatt der Allianz für den Gewässerschutz zu den Auflagen bei der Bewirtschaftung von an Gewässer grenzenden Flächen finden Sie hier.

Ob Flächen in der Nitratkulisse liegen, kann im Digitalen Atlas Nord geprüft werden unter https://bit.ly/Nitratkulisse

Die Allianz für den Gewässerschutz hat die Regelungen der Düngeverordnung zusammengestellt unter http://bit.ly/Duengerecht2021

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