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Wie soll die Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein aussehen? Foto: Imago

In Schleswig-Holstein haben sich die Teilnehmer des Dialogprozesses zur Zukunft der Landwirtschaft auf 24 gemeinsame Thesen verständigt. Der Initiator dieses Prozesses, Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), zog in der vorigen Woche ein positives Fazit. Konsens seien ein gesichertes Einkommen für die Landwirte, eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung und die Bewahrung der Funktionen des Naturhaushaltes.

Im Herbst 2018 hatte der Minister den Dialogprozess ins Leben gerufen und neben Landwirten verschiedene gesellschaftliche Gruppen eingeladen, ihre Vorstellungen von einer zukunftsorientierten Landwirtschaft einzubringen und miteinander zu diskutieren. Der Dialog über unterschiedliche Zukunftsbilder prägte die Arbeit in zahlreichen Foren und Werkstätten. Am Ende des Dialogprozesses wurden auf der Abschlussveranstaltung in Neumünster 24 Thesen zur Zukunft der Landwirtschaft verabschiedet, auf die sich alle Teilnehmer verständigt haben. Die Ergebnisse legten den Grundstein für eine zukunftssichere und nachhaltige Landwirtschaft in Schleswig-Holstein, so Minister Albrecht. Die Themen, die im Rahmen des Dialoges bearbeitet wurden, waren:

  • Klima – Klimawandel – Klimaanpassung
  • Wertschöpfung und Wertschätzung
  • Tierwohl
  • Biodiversität
  • Gewässer- und Bodenschutz
  • Landwirtschaft und Gesellschaft

Auf Basis der Thesen soll nun ein Paket geschnürt werden, um bereits in den kommenden Jahren die Zielsetzungen des Dialogs in die Praxis umzusetzen.

Zudem sei beabsichtigt, die Stellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu stärken und ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit, Verbraucherwünsche und Tierwohl sichtbar zu machen. Um den landwirtschaftlichen Betrieben in Schleswig-Holstein eine Zukunft zu geben, soll laut den Thesen im gesellschaftlichen Konsens ein Leitbild für die Land- und Ernährungswirtschaft sowie für das Konsumverhalten erarbeitet werden.

Der Politik wird aufgegeben, die Rahmenbedingungen für eine ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Landwirtschaft zu schaffen, die Förderung auf die Erreichung dieser Rahmenbedingungen und die Vergütung von Gemeinwohlleistungen auszurichten sowie Zielkonflikte aufzulösen. Angestrebt werden soll eine ganzheitliche Flächennutzung, die die Synergien der verschiedenen Flächenansprüche von Landwirtschaft, Umwelt-, Klima- und Naturschutz nutzt und die Flächenkonkurrenz untereinander verringert. In diesem Zusammenhang wird auf eine flächengebundene Nutztierhaltung und die heimische Produktion von Futtermitteln hingearbeitet. Den Dialogprozess wollen die Teilnehmer verstetigen und die gefassten Thesen weiterentwickeln.

Stärkere Wertschätzung der Erzeuger

Die Autoren der Thesen spre­chen sich ferner für zuverlässige, transparente und leicht zugäng­liche Informationen zu Lebens­mitteln, zu ihrer Erzeugung undzur Ernährung aus. Die Nachfra­ge nach heimischen Lebensmit­teln solle möglichst aus der Region bedient werden, dafür solle eine stärkere Wertschätzung und Ver­ankerung der Erzeuger in der Öf­fentlichkeit sowie beim Einzelhan­del erreicht werden. Treibhausgasemissionen aus der Landnutzung sollen gemäß den Thesen durch attraktive Alternativangebote ver­ringert werden.

Genannt werden Hochmoorrenaturierungen, Wie­dervernässung von Niedermooren sowie die Umwandlung grundwas­sernaher Ackerflächen in Grünland. Insbesondere auf Moorflächen, in Niederungen und an Gewässerläu­fen wird eine angepasste Nutzung auf freiwilliger Basis, etwa in Form von Dauergrünland oder Paludikul­turen, angestrebt. Bei der Vorstel­lung der Thesen in Neumünster un­terstrich Stephan Gersteuer, Gene­ralsektretär des Bauernverbandes Schleswig­-Holstein, die fundamen­tale Bedeutung auch in Bezug auf einen möglichen Politikwechsel.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 24/2021 unter der Rubrik "Agrarpolitik" und im digitalen Bauernblatt.

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