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Holz, das im Rahmen der Knickpflege anfällt, darf weiterhin vor Ort verbrannt werden, soweit es einen Stammdurchmesser von 30 cm nicht überschreitet. Foto: Pixabay

Die Landesregierung hat am Dienstag die Novellierung der "Landesverordnung über die Entsorgung von pflanzlichen Abfällen außerhalb von Abfallentsorgungsanlagen" beschlossen. Nach Veröffentlichung im Gesetzes- und Verordnungsblatt wird sie in Kraft treten. Nach mehr als zwei Jahren zähen Ringens konnte der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) nun erreichen, dass Holz, das im Rahmen der Knickpflege anfällt, weiterhin vor Ort verbrannt werden darf, soweit dieses einen Stammdurchmesser von 30 cm nicht überschreitet. Anderenfalls bedarf es einer vorherigen (kostenpflichtigen) Anzeige an die zuständige Behörde. Zu erheblichen Belästigungen durch Rauch und Geruch darf es auch weiterhin nicht kommen.

Die ursprünglich einmal vorgesehenen Einschränkungen für die Knickholzverbrennung sind damit deutlich reduziert worden. Im Sommer 2018 war das Kieler Landwirtschaftsministerium (Melund) erstmals an den Bauernverband und andere Interessengruppierungen herangetreten mit der Absicht, die Verordnung komplett aufzuheben und damit jedwede Verbrennung zu verbieten beziehungsweise anzupassen. So war ursprünglich neben einem Totalverbot eine kostenpflichtige Genehmigungspflicht für das Aufbrennen von Knickbusch in der Diskussion, und zwar mir Gebühren von bis zu 500 € pro Einzelfall.

Im Rahmen zweier Verbändeanhörungen, etlicher sich daran anschließender Gespräche und fachlicher Schriftwechsel sowie nicht zuletzt des persönlichen Einsatzes von BVSH-Präsident Werner Schwarz konnte der Bauernverband dahingehend überzeugen, dass ein solches Vorgehen weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll und tragfähig ist. Auch die Landtagsabgeordneten Oliver Kumbartzky (FDP) und Heiner Rickers (CDU) hatten sich der Position des Bauernverbandes angeschlossen.

Der ursprünglich vorgesehene Aufwand und der damit vermeintlich verbundene Nutzen hätten sich als jenseits der Zumutbarkeit herausgestellt und berücksichtigten nicht die besondere Bedeutung der Knickpflege im Lande. So könne insbesondere das dünne Geäst, das beim alle drei Jahre anfallenden seitlichen Aufputzen der über 60.000 km Knicks im Lande anfällt, nicht nachhaltig verwertet werden. Auch für erwerbsgartenbauliche Betriebe konnte eine Ausnahme durchgesetzt werden, da auch für diese ein Totalverbot eine ökonomische und ökologischen Unzumutbarkeit bedeutet hätte.

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